Förderungen und Steuerermäßigungen

Stand: Februar 2023

Energetisches Bauen und Sanieren wird sowohl durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), als auch über § 35c Einkommensteuergesetz (EStG) durch Steuererleichterungen gefördert. Es muss sich jedoch zwischen der BEG-Förderung oder der Förderung über das EStG entschieden werden, beide Förderungen parallel sind nicht möglich.

Übersicht Förderungen Sanierung Wohngebäude ab 2023

Staatliche Förderung durch das BEG

  • Einzelmaßnahmen: BAFA (Zuschüsse)
  • Systemische Maßnahmen: KfW (zinsverbilligte Kredite sowie Tilgungszuschüsse)
  • keine direkten PV-Zuschüsse
  • Heizungs-Tausch-Bonus (10% zusätzlich zum regulären Fördersatz)
  • Wärmepumpen-Bonus
  • Bonus für Worst Performing Buildings in Höhe von 10%,
    wenn diese auf das Niveau EH/EG 40, EH/EG 55 oder EH/EG 70 saniert werden
  • Bonus für serielle Sanierung i.H.v. 15%
    (wenn vorgefertigte Bauele­mente – zum Beispiel für Fassa­de oder Dach – verwendet werden)

Für eine Förderung von energetischen Maßnahmen ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten verpflichtend, die Baubegleitung wird ebenfalls gefördert.

Gefördert wird, wer

  • eine Wohnimmobilie baut oder eine neue Wohnimmobilie kauft, wenn die Immobilie die Anforderungen an ein Effizienzhaus 40 mit Nachhaltigkeits-Klasse erfüllt.
  • eine Wohnimmobilie zum Effizienzhaus saniert (Komplettsanierung) und die Sanierung zu einen Effizienzhaus-Stufe 85 oder besser führt.
  • eine frisch sanierte Wohnimmobilie kauft und die Kosten der energetischen Maßnahme gesondert ausgewiesen sind.
  • einzelne energetische Maßnahmen an bestehenden Immobilien vornimmt, die die Energieeffizienz verbessern und die bestimmte (technische) Voraussetzungen erfüllen.

WICHTIG: Reihenfolge beachten! Grundsätzlich gilt, es darf erst mit dem Vorhaben begonnen werden, wenn die Beantragung erfolgt ist.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – Was Sie wissen müssen!

 

Neubau

Direkt ausgezahlte Zuschüsse sind nicht mehr möglich (Ausnahme: Kommunen). Es gibt jedoch noch Tilgungszuschüsse, die die Höhe/Laufzeit des Kredites verringern.
Gefördert wird der Bau oder der Kauf eines neuen Effizienzhauses oder einer neuen Eigentumswohnung, wenn die Anforderungen an ein Effizienzhaus 40 mit Nachhaltigkeits-Klasse erfüllt sind.
Der maximale Kreditbetrag für ein Effizienzhaus-Stufe 40 beträgt 120.000 Euro pro Wohneinheit. Der Tilgungszuschuss beträgt 5 % – also maximal 6.000 Euro.
Die Nachhaltigkeitszertifizierung eines Neubaus wird mit einem zusätzlichen Kreditbetrag gefördert. Es gelten die gleichen Höchstbeträge wie für die Baubegleitung. Der Tilgungszuschuss beträgt ebenfalls 50 %.

Geplant ist, dass die Neubau-Förderung unter dem Titel „Klimafreundliches Bauen“ ab Januar 2023 neugestaltet wird.

Sanierungen

Auch im Sanierungsbereich gibt es keine Zuschuss-Förderungen mehr, sondern nur noch zinsverbilligte Kredite sowie Tilgungszuschüsse. Allerdings gibt es hier mehr Möglichkeiten einen Kredit mit Tilgungszuschuss zu erhalten als bei Neubauten, da auch die „schlechteren“ Effizienzklassen gefördert werden. Je besser die Effizienzhaus-Stufe der Immobilie nach der Sanierung, desto höher ist auch der Tilgungszuschuss. Bei Erreichen einer „Erneuerbaren-Energien-Klasse“ erhöht sich der jeweils anzusetzende Prozentwert um zusätzliche 5%.

Eine höhere Förderung je Wohneinheit erhält der Kunde, wenn er im Zuge der Sanierung zum Effizienzhaus eine neue Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien einbaut und damit mindestens 55% des Energiebedarfs des
Gebäudes gedeckt wird oder wenn mindestens 55% des Energiebedarfs des Hauses

  • zum Teil oder ganz durch unvermeidbare Abwärme erbracht werden.
  • durch in Wärmepumpen genutzten, netzbezogenen Strom erbracht werden.
  • durch Abwärme aus Wärmerückgewinnungsanlagen erbracht werden.

Der Bauantrag oder die Bauanzeige des Wohngebäudes muss zum Zeitpunkt des Antrages mindestens 5 Jahre zurückliegen. Beim Kauf einer frisch sanierten Immobilie fördert die KfW die Maßnahmen der energetischen Sanierung, wenn die Kosten im Kaufvertrag gesondert ausgewiesen sind.
Fachplanung und Baubegleitung sowie eine akustische Fachplanung sind ebenfalls förderfähig.

WPB-Bonus

Inzwischen gibt es einen zusätzlichen Förderungs-Bonus für sogenannte „Worst Performing Buildings“ (WPB) in Höhe von 10%, wenn auf das Niveau EH40, EH55 oder EH70 saniert wird. Dieser Bonus ist mit der Erneuerbaren-Energien-Klasse kumulierbar. Voraussetzungen für die Einstufung einer Immobilie als WPB:

  • Energieausweis der Klasse H
  • Wert größer oder gleich 250 kWh/m2 a Endenergie
  • Baujahr des Gebäudes 1957 oder früher ist + mindestens 75 % der Fläche der Außenwand energetisch unsaniert

Einzelmaßnahmen

Die Fördersätze für Einzelmaßnahmen sind im Allgemeinen gekürzt worden. Über die KfW gibt es keine Kredite und/oder (Tilgungs-) Zuschüsse mehr. BAFA-Zuschüsse können allerdings weiterhin beantragt werden.
Gas-Hybridheizungen und Renewable-Ready-Heizungen werden grundsätzlich nicht mehr gefördert. Stattdessen gibt es einen Heizungs-Tausch-Bonus (10%) zusätzlich zum regulären Fördersatz.
Auch bei Einzelmaßnahmen ist zum Teil der Einsatz von Energieeffizienzexperten gefragt, wobei wiederum 50% der Kosten gefördert werden.

  • Höchstgrenze förderfähiger Kosten bei Wohngebäuden: max. 60.000 Euro pro Wohneinheit
  • Mindestinvestitionssumme: 2.000 Euro / bei Heizungsoptimierung 300 Euro

Wärmepumpen

25% Basis-Förderung
+5% wenn Antragsteller zudem als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser erschließen oder ein natürliches Kältemittel nutzen
+10% Bonus bei Heizungstausch
= insgesamt bis zu 40% Förderung

 

Steuerliche Förderung nach § 35c EStG

Anstelle der BEG-Förderung besteht die Möglichkeit, Ausgaben für energetische Gebäudesanierungen (nach dem 31.12.2019) in der Einkommensteuererklärung geltend zu machen.

Voraussetzungen:

  • Immobilie ist älter als 10 Jahre
  • selbst genutztes Wohneigentum (häusliches Arbeitszimmer hat Kürzung zur Folge)
  • keine anderweitige Berücksichtigung der Kosten (z.B. als Sonderausgaben)

Geförderte Maßnahmen:
Aufwendungen für fachgerechte/n Einbau/Installation, Inbetriebnahme von Anlagen, notwendige Umfeldmaßnahmen sowie die direkt mit der Maßnahme verbundene Materialkosten bei

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Geschossdecken
  • Erneuerung der Fenster oder Außentüren
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als 2 Jahre sind
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung

Die entstandenen Aufwendungen müssen von einem Fachunternehmen (eines der Maßnahmen zugehörigen Gewerks) bestätigt werden. Die Beteiligung eines Energieberaters ist keine zwingende Voraussetzung. Kommt aber ein Energieberater zum Einsatz, können die Kosten zu 50% im Jahr des Abschlusses der Baumaßnahme bei der Steuerermäßigung berücksichtigt werden.

Es können über drei Jahre verteilt bis zu 20 % der Aufwendungen von der Einkommensteuerschuld abgezogen werden (max. 40.000 Euro):

  • Im Kalenderjahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme 7% der Aufwendungen, maximal 14.000,00 Euro.
  • Im Kalenderjahr nach Abschluss der energetischen Maßnahme ebenfalls 7% der Aufwendungen, maximal 14.000,00 Euro.
  • Im darauffolgenden Kalenderjahr 6% der Aufwendungen, maximal 12.000 Euro.

Ist der Steuerermäßigungsbetrag höher als die tatsächlich zu zahlende Einkommensteuer, so kann der übersteigende Betrag nicht auf einen anderen Veranlagungszeitraum übertragen werden, auch nicht innerhalb des dreijährigen Förderzeitraums.